Lunch Box Revolution / Recipes for a proper lunch von Gil Kahana und Michiko Nitta


Dieses kleine Heftchen (es ist nur etwas größer als A5) entdeckte ich in einem Thalia-Buchladen und nahm es spontan mit. Das Buch selbst habe ich vor einigen Jahren schonmal auf einem englischsprachigen Blog gesehen. Dort wurde das Buch vorgestellt. Ich fand die Aufmachung eigentlich ganz niedlich. Die Idee Illustrationen mit Fotos zu kombinieren finde ich immer toll und dann ging es auch noch um Bentoboxen? Ein klarer Kaufgrund für mich.

Es trägt den Titel "Lunch Box Revolution" geschrieben von Gil Kahana und illustriert von Michiko Nitta. Es ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen "Lunchbox Revolution - Veggie to go" von Micaela Stermieri.


Das Buch ist recht dünn und (was ich vorher nicht wusste) es wurde eigens für die Lunchbox-Marke "Black & Blum" geschrieben. Diese Lunchboxen sind angelehnt an das Bento-Prinzip, sind aber etwas moderner gestaltet. Bei Thalia und auch Bento&Co kann man diese Boxen kaufen.

Das Buch hat mich ein wenig enttäuscht, weil man da nicht sehr viele japanische Bento-Rezepte bekommt, sondern im Prinzip ganz normale Gerichte, die man eben auch in einer Lunchbox mitnehmen kann. Das Bento-Prinzip mit Farbenlehre wird kurz auf den ersten zwei Seiten erklärt. Das ist auch etwas zu wenig finde ich.


Fazit:
Lunch Box Revolution ist ein kleines kompaktes Heft, welches leider viel zu oberflächlich das Thema Bento und Lunchboxen behandelt. Es ist ansprechend gestaltet, auch wenn die Illustrationen vielleicht nicht jedermanns Sache sind (sie wirken etwas krakelig). Ich finde die Koombination Illustration und Fotos ist hier ganz gut gelungen auch das individuelle Hand-Lettering gefällt mir. Die Gerichte sind multkulturell und allseits bekannt, deswegen wenig spektakulär, sodass es mich nicht unbedingt zum Nachkochen animiert. Revolution ist anders.

Hinzu kommt, dass es im Prinzip nur ein Werbeheft für die Lunchbox-Marke Black & Blum ist, was aber im Buch selbst (bis auf die Fotos), glaub ich nicht kommuniziert wird. Eine richtige Kaufempfehlung kann ich daher nicht aussprechen, auch wenn das Heft als Begleitheft zu einem weiteren Bentobuch als Einstieg bestimmt geeignet ist. Das muss jeder für sich entscheiden! ^^




Rezept: Ingwer-Frühlingszwiebel-Paste


Ich habe hier ein sehr einfaches, aber richtig schmackhaftes Rezept für euch! Diese Ingwer-Frühlingszwiebel-Paste ist inspiriert an ein chinesisches Rezept für eine Ingwer-Frühlingszwiebel-Soße (Ginger Scallion Sauce).

Die leckere Soße ist sehr aromatisch und wird traditionell zusammen mit gekochten Hühnchen oder gedämpften Fisch serviert. Man kann die Soße auch als Dip für z.B. blanchiertes Gemüse verwenden oder über frischgekochten Reis und Nudeln träufeln. Ingwer und Frühlingszwiebeln, die Kombination kann nur gut sein! Die Paste kann man außerdem prima zum Würzen und als Zutat für Dressings weiterverwenden. Probiert es aus!

Rezept für 3 Einmachgläser:
1 große Ingwerwurzel (handgroß)
2 Bündel Frühlingszwiebeln
neutrales Öl
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Schritt1: Ingwer schälen und in Scheiben schneiden. Frühlingszwiebeln putzen, waschen und in Ringe schneiden.
Schitt2: Alles in einen Mixer geben und grob hacken. Falls nötig etwas Öl hinzugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen
Schritt3: In einem Topf oder einer Pfanne ungefähr 300ml Öl hineingeben und auf mittlerer Stufe erhitzen. Die Ingwer-Frühlingszwiebel-Paste hinzugeben und bei mittlerer Hitze erwärmen.
Schritt4: Wenn die Paste leuchtend grün wird, den Topf von der Herdplatte nehmen und nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Schritt5: Sobald alles gut abgekühlt ist, in kleine Gläschen füllen oder weiterverwenden. FERTIG!

Im Original wird der Ingwer sehr fein gehackt und die Frühlingszwiebeln in feine Ringe geschnitten. Dazu war ich etwas zu faul, stattdessen hab ich alles grob geschnitten und dann im Mixer mit etwas Öl grob püriert.

In vielen chinesischen Rezepten wird heißes Öl über den feingehackten Ingwer und die Frühlingszwiebeln gegossen und später nicht weiter erhitzt. Es liegt an euch, wie ihr das machen wollt. Original werden die Zutaten erhitzt. Entweder kurz mit richtig heißem Öl übergossen, oder langsam erhitzt in einem Topf mit Öl. Für mich war es einfacher die Paste in meiner Pfanne zu erhitzen, da ich gar keine so große Schüssel hab.

Je nach Geschmack könnt ihr auch die Dauer der Hitze bestimmen. Unerhitzt schmeckt die Paste sehr süß (durch die Zwiebeln) mit scharfem Abgang. Die Paste ist außerdem milchig grün. Erhitzt ihr die Paste jedoch, wird der Geschmack etwas runder und ist nicht mehr so scharf. Stattdessen schmeckt sie mehr nach gebratenem Ingwer und süßlichen Zwiebeln. Die Paste verändert außerdem ihre Farbe in ein kräftiges Grün. Auch das Öl bekommt diese Färbung. Je länger ihr die Paste erhitzt, desto mehr bekommt sie noch einen herben Nachgeschmack, der  hervorragend den Geschmack von euren Gerichten unterstützt und ihnen den gewissen Kick und Umami verleiht.

Das grüne Öl eignet sich außerdem sehr gut um damit eure Ramensuppe aufzupeppen.



Hier habe ich die Paste für ein Dressing weiterverwendet. Diesmal angeleht an das Rezept von David Chang (berühmter Koch). In seiner Ingwer-Frühlingszwiebelsoße kommt noch helle Sojasoße und Reisessig hinein. Also habe ich zu 2 Löffeln meiner Ingwer-Frühlingszwiebel-Paste noch 1 EL Sojasoße (hatte leider keine helle da) und ein TL Reisessig hinzugefügt.

Das bräunliche Dressig habe ich über eine Schale mit Reis, gebratenen Tofu und blanchierten Bohnen geträufelt. Sooo gut sag ich euch! *____* Die Soße gibt dem ganzen Gericht so viel Würze, obwohl ich den Tofu und die Bohnen nur leicht gesalzen hab. Es war zum reinlegen lecker!




Zutat: Kombu-Dashi-Granulat (Instant-Brühe)


Kombu-Dashi ist eine Brühe auf Basis der Kombu-Alge und ist somit vegan. Zusammen mit getrockneten Shitake-Pilzen bildet diese Kombination eine sehr schmackhafte vegane Version von dem klassischen Dashi.

Katsuobushi-Dashi ist eine Brühe auf Basis von getrocknetem Bonito (Thunfischart). Der Thunfisch wird auf spezielle Weise, sehr aufwendig getrocknet und geräuchert, dass er am Ende so hart ist, wie ein Stück Holz (sieht auch aus, wie ein Stück Holz). Anschließend wird der Fisch mit einem speziellen Werkzeug in hauchdünne Flocken gehobelt. Die Bonito-Flocken sind auch als Topping für alle möglichen japanischen Gerichte beliebt und man kann sie "einfach so" essen. Die Bonito-Flocken kann man aber eben auch in heißes Wasser geben und zu Katsuobushi-Brühe kochen. Bonito-Flocken in guter Qualität sind meist sehr teuer und für eine gute Brühe benötigt man eine Menge davon. Deswegen greifen viele Leute auf Dashi-Granulat oder Instant-Dashi zurück.

Dashi, der Begriff bedeutet eigentlich nur Brühe, aber damit ist meistens eine Brühe aus Kombu und Katsuobushi-Flocken gemeint. Wollt ihr also klassische Misosuppe kochen, reicht es nicht das Katsuobushi-Granulat als Suppenbasis zu verwenden. Ihr müsst entweder ein Stück getrocknete Kombu-Alge oder eben die selbe Menge Kombu-Dashi-Granulat mit in die Brühe tun.

Es gibt auch Dashi auf Sardinen-, Muschel-, oder Pilzbasis. Für Nudelsuppen kombiniert man auch gerne verschiedene Brühen auch zusammen mit Fleischbrühen. Brühen auf Fleischbasis, wie z.B. Hühner- oder Rinderbrühe wird allerdings (soweit ich weiß) nicht Dashi genannt.

Instant-Dashi wird auch als Würzmittel in verschiedenen Teigrezepten (z.B. für Okonomiyaki oder Takoyaki) verwendet. Der Einsatz von Dashi verleiht den Gerichten einen japanischen Touch, da das Gericht immer ein wenig nach Meer/Fisch schmeckt. Außerdem hebt das natürliche Umami den Geschmack der anderen Zutaten. Es gibt verschiedene Qualitäten von Instant-Dashi. Günstige Varianten enthalten auch zusätzliches Glutamat. Hochwertigere Sorten kommen ohne Zusätze aus.



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